Zeitgenössischer Orientalischer Tanz
Der weibliche Orientalische Solotanz ist von großer Aussagekraft und Wirkung. Er ist segnend, heilend, das Dasein in allen seinen Facetten bejahend – eine archaische, universelle Tanzsprache, die wie kaum eine andere von dem Kraftfeld zwischen Tänzerin und Mittanzenden, zwischen Tänzerin und Musik, zwischen Tänzerin und Zuschauenden lebt – die seit Jahrzehnten nicht nur die Menschen des Nahen Ostens, sondern überall auf der Welt berührt und bewegt.
Auf der Suche nach diesem Kulturen verbindenden Ursprung wird Raksan zu einer Grenzgängerin zwischen Orient und Okzident. Während ihrer über 20 jährigen Laufbahn als professionelle Bühnen(bauch)tänzerin hinterfragt sie zunehmend ihre Rolle, ihren Ausdruck und ihre äußere Präsentation im Hinblick auf eine unreflektierte Übernahme einer in den Nachtclubs des Orients wie des Westens gleichermaßen entstandenen Revue – Ästhetik Ihr Weg als Performerin und vor allem als Lehrerin wird die Reduzierung der orientalischen bzw. ägyptischen Bewegungstradition auf ihre Kernaussage – befreit von Klischee, falschem Glamour und konsequent mit der Basis westlicher, akademischer Bühnentanzformen wie dem Klass. Ballett und dem Modernem Tanz verbunden.
Von hoher technischer Professionalität und von echten Emotionen getragen, führt diese Symbiose aus Ost und West zu einem sehr authentischen künstlerischem Ausdruck, ohne die Wurzeln und die Seele des Orientalischen Tanzes zu verlieren. Das Grundprinzip der Polyzentrik und der vielfältige und komplexe Einsatz von isolierten und schwingenden Bewegungen des Beckens und des Oberkörpers als zentrale Kraft verbinden sich mit raumgreifenden Schrittmustern, einer vielfältigen und ausdruckstarken Nutzung der Arme und dynamischen Drehungen. Im Gegensatz zu der aus der ägyptischen Tradition stammenden Vorgabe integriert sich der Bodens wieder ganz selbstverständlich als choreographisches Mittel in den Tanz, wird der (Bühnen)raum auf seine Gesetzmäßigkeiten hin analysiert, erfahren und mit Präsenz gefüllt. Die Tänzerin kommuniziert mit ihrem Körper und dem Publikum…eine Form des sinnlichen Dialogs, der dem Begriff der „Unterhaltung“ seine Oberflächlichkeit nimmt und zu seiner ursprünglichen Bedeutung zurückführt.
